Hält Schokolade gesund? Zu Besuch bei ChocQlate

Johanna Spannocchi
Johanna liebt Schafe 🐑 Und das Besondere.

Glockenbachviertel, ein charmanter Hinterhof. Die Geräusche der Stadt werden leise und die Luft füllt sich mit dem Duft von Schokolade.

Wer wie ich einen süßen Zahn hat und gerne mal nascht, dem läuft da schon das Wasser im Mund zusammen. Die Tür des Schokoladenlabors, daß sich ChocQlate und Becks Cocoa teilen steht offen. Mit einer Schürze mit einem kleinen Schokoladenfleck drauf tritt Julia Brodbeck heraus. Wir begrüßen uns mit einem Lächeln und folgen ihr ins Innere. Julia wirkt konzentriert, und gut aufgelegt.

“Gestern haben wir einfach mal so herumgespielt, und ausprobiert was wir machen könnten. Wir hatten eine tolle, sämige Kakaomischung. Kokosraspel und Cornflakes rein, und das kam dabei raus..”

Sie hält mir eine Tüte mit wunderschönen, ziemlich tiefschwarzen Clustern hin, ein paar Cornflakes leuchten gelb heraus. Ich nehme eine in den Mund und bin ziemlich begeistert von der Mischung aus den süßen Cornflakes und der bitteren Schokolade, gepaart mit der Öligkeit, die von den Kokosflocken kommt.

“Genau solche Experimente machen wir hier in München, und wollen damit in Zukunft rasch raus in den Handel, schauen was ankommt, und dann bei Bedarf mehr herstellen”, strahlt Julia stolz, “Das ist eine enorme Freiheit, die ich gerade geniesse. Die Zeit zu haben intuitv zu Arbeiten, auszuprobieren, und wer weiß… Vielleicht kommt hier bald was spannendes raus”

ChocQlate, die OHYA Schokolade und die Münchener Schokolade gingen nicht immer so gut. 2012 gegründet stellte Julia zunächst Schokoladen Sets her, mit denen man seine eigenen Tafeln gießen kann. Die Resonanz war zwar groß, aber  so richtig drehen wollte es sich nicht. “Ich brauchte lange, bis mir klar wurde: Meine Kunden wollen einfach fertige Schokolade in dieser Qualität kaufen! Vorher waren ein paar Jahre wirtschaftlich ganz schön hart.”

Sie gründete die TrustFood GmbH und fand eine verwandte Seele in dem Produzenten, der auch heute noch in der Nähe von Berlin die Tafeln mit sehr viel Handarbeit herstellt. Das sie hier einen wichtigen Beitrag zu Schokoladekultur liefert, wurde Julia klar als sie Dennree bat, sich Bio-zertifizieren zu lassen, damit sie ChocQlate listen können. Ihr Vorteil, alle Zutaten waren bereits Bio, also war das Bio-Siegel nur noch eine Formalität.

“Ich bin eigentlich täglich dankbar für die vielen Türen, die mir aufgemacht wurden, mit meinem Unternehmen. Menschen sind mir so entgegengekommen. Mehr als ich erwarten konnte. Mehr als vernünftig war. Das ist ein unglaublich schönes Gefühl. Ich habe vor 2 Jahren entschieden nichts mehr zu forcieren, das geht meist daneben. Ich vertraue darauf dass die Dinge zum richtigen Zeitpunkt kommen.”

Mit ihrem Unternehmen, daß seid kurzem zu 100% ihr gehört, möchte Julia auf etwa die doppelte derzeitige Größe wachsen: “Ich möchte nicht zu groß werden. Ich möchte mich nicht stressen sondern entspannt mein Unternehmen führen und damit auch immer die Qualität gewährleisten. Wachstum kostet Geld und kann einen so unter Druck setzen, dass man Abstriche machen muss. Das möchte ich nicht.” Vor allem online sieht sie noch großes Potenzial.

Aber ist Schokolade nicht ungesund?

“Eines Tages erzählte mir meine Ärztin von der Gesundheit des Kakaos. Eine der nährstoffreichsten Pflanzen der Welt. Die Idee gesunde Schokolade zu produzieren war geboren.” Um alle Nähr- und Pflanzenstoffe der Kakaofrucht in ihre Schokoladen zu holen trocknete bereits in 2012 eine erste Plantage in Sri Lanka, mit der Julia eng und persönlich arbeitet, schonend die Kakaobohnen mit Haut und Fruchtfleisch in Rohkostqualität (also unter 42°). Heute ist die Hauptbezugsquelle ein Stiftungsprojekt in Peru. Diese Bohnen werden dann geschrotet und sind mit 17% Anteil in ChocQlate zu finden.

“Als ich diese naturbelassenen in professionellen Chocolatiersmaschinen zur Herstellung der fertigen Schokolade erstmals in einen Testlauf zusammen mit dem unraffinierten Kokosblütenzucker gab, waren alle Chocolatiers einig: Das wird nix! Doch gleich mein erstes Rezept schmeckte fantastisch. Selbst die Maestros waren sprachlos! Ich hab an diesem Rezept bis heute nichts geändert, sondern mache lieber spannende Sorten, wie unsere ‘Fleur de Sel’ mit dem einzig reinen Salzkristallen weltweit, ganz ohne Mikroplastik, oder unserer Matcha Schokolade, wieder so etwas, was eigentlich nicht funktionieren kann, aber gut schmeckt”

Julia’s Begeisterung für Schokolade ist ansteckend. Wir probieren uns noch durch ein paar Sorten, wie meinen Favorit: “ChocQlate Haselnuss” und verabschieden uns dann beschwingt mit dem Wissen: “Schokolade kann gesund sein!”

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