Was macht eigentlich der Kräuteropa? Ein Ausflug zum Original – Dieter Effenberger

Johanna Spannocchi
Johanna liebt Schafe 🐑 Und das Besondere.

Dieter sitzt entspannt hinter seiner wunderschönen, kupfernen Destille und betrachtet den Vorgang mit Neugier. Ein leicht süßlicher Duft von ätherischen Ölen und Hydrolaten erfüllt den Raum.

Das Ganze wirkt spannend und gemütlich zugleich.

Einer meiner lustigen Anekdoten aus meiner Tätigkeit als Kräuterpädagoge war, dass ja bei der Herstellung von Wildkräuter-Likören bekanntlich hochprozentiger Alkohol verwendet wird. Dabei kam in einem meiner Likörkurse in der Volkshochschule unerwartet der Hausmeister heran und wunderte sich sehr über 8 Wodka-, 7 Doppelkornflaschen und mehrere Likörproben auf unserem Tisch und fragte nach, ob es sich hier um ein Geheimtreffen von Alkoholikern handelt. Wobei nicht zu verhehlen war, dass die Stimmung zur fortgeschrittener Stunde auch immer lockerer wurde” erzählt Dieter mit einem verschmitzten Lächeln. Das ist unter anderem auch der Sinn eines Liköres, der vor und vor allem nach dem Essen einfach dazu gehört. Der edle Tropfen soll den Appetit anregen und gleichzeitig der Startschuss für eine gesellige Unterhaltung sein.

Um dafür die umfangreichen Hygienevorschriften für die Herstellung seiner Produkte einwandfrei einhalten zu können, hat Dieter auf dem Amperhof Ökokiste in Bergkirchen bei Olching eine Industrieküche angemietet.

Ursprünglich als gelernter Bankkaufmann stellt Dieter nun seit Juli 2019 ökologische Produkte aus selbstgesammelten Wildkräutern, Kräutern, Beeren, Gemüse, Obst etc. her. Warum er seinen angenehmen Bürojob aufgegeben hat beschreibt er so: “Nachdem ich sehr oft und sehr gerne in der Natur bin und ich auch einige Kräuterführungen miterleben durfte, habe ich mich vor ein paar Jahren nach reiflicher Überlegung entschlossen, meinen bisherigen Beruf im Finanzsektor nicht mehr weiter auszuüben. Es war mir schon immer ein großes Anliegen den Menschen die Natur näher zu bringen.

Unsere Erde macht uns jeden Tag Geschenke, die wir einfach ignorieren und nicht mehr wahrnehmen. Die Wertschätzung unserer Natur, insbesondere der Lebewesen und Pflanzen, geriet immer weiter in den Hintergrund, weil das fundierte Wissen aus früheren Generationen z.B. der Wildkräuter über deren Wirkstoffe  und zur Verwendung als gesundes Nahrungsmittel immer weniger weitergegeben wurde. Inzwischen werden lieber Kräuter gekauft, die teilweise sehr lange auf dem Transportweg unterwegs sind oder durch ihre falsche Lagerung die darin befindlichen Pflanzenstoffe verlieren. Aus vielen Pflanzen wurden z.B. die Bitterstoffe herausgezüchtet, die ja bekanntlich für unseren Körper sehr verdauungsfördernd sind. Die weiteren fehlenden Vitamine und Mineralstoffe werden für teures Geld als Nahrungsergänzungsmittel in der Apotheke oder Drogerie gekauft.

Derweil ist es so einfach: Man muss sich einfach nur bücken und pflücken“

um die dementsprechenden Kräuter zu erhalten. Des Weiteren, wenn es wieder einfacher wird in dieser jetzigen Zeit bietet Dieter neben seinen leckeren Produkten auch Wildkräuterführungen, Workshops und Vorträge in diversen Volkshochschulen an. Dadurch erhofft er sich, dass damit viele Menschen die Natur mehr schätzen und eventuell sogar lieben lernen. „Denn nur was man kennt und schätzt, dass schützt man auch“ 

mit einem leckeren Schluck Fichtenspitzensirup zur Verabschiedung, freuen wir uns über die vielen neuen Details der Natur, die wir heute vom Kräuteropa mit nehmen durften…

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